Posts tagged with 'Trolle'

Servicepauschalen in Österreich

  • Posted on June 28, 2011 at 1:12 pm

Wien. – Österreichische Telekommunikationsanbieter führen nun ein verpflichtetes Trinkgeld bei ihren Produkten ein. Der Betrag wird als Servicepauschale deklariert und soll die im Preiskampf vernachlässigte Infrastruktur des Netzwerks sowie zusätzlichen Speicher finanzieren. Den Anfang hat A1 gemacht, jetzt ziehen UPC und Tele2 nach. Der Grund dafür ich schnell gefunden. „Wir haben uns bei den Preisen unserer Dienstleistungen eigentlich nichts gedacht. Wir haben einfach irgendwelche Zahlen genommen.“, sagt Jens Mander von A1. Auch die Kollegen von UPC stimmen da mit ein: „Wir müssen einfach immer schneller, billiger, höher bzw. tiefer und Erster sein. Da bleibt die Kalkulation schon mal auf der Strecke. Die Vorgabe ist streng, Hauptsache viele Kunden, den Rest regeln wir einfach mit Gebühren nach.“

Auf dem Mobilfunkmarkt sieht es nicht besser aus. Längst sind die Tarife so weit gefallen, daß es sich nicht mehr lohnt Mobilfunknetzwerke zu betreiben. Die Anbieter stehen kurz davor den Kunden für’s Telefonieren zu zahlen. „Die neuen Tarife sehen vor, den Kunden pro Minute Telefonie 3¢ zu zahlen. Analog haben wir auch Ausschüttungen beim Datenverkehr.“, erzählt ein Inder aus der Branche. Viele Kunden haben sich auch längst an die 14 Gratishandys pro Woche gewöhnt, die man bei bestimmten Tarifen oder einfach so bekommt. Natürlich muß das finanziert werden. Immerhin ist das Gratishandy ein grundlegendes Menschenrecht.
Die Kalkulation muß nur noch etwas aufholen. Ein Mobilfunkbetreiber gibt zu: „Anfangs dachten wir, wir könnten genug Gewinn machen, wenn die Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Dementsprechend haben wir auch die Tarife gestaltet. Immer wenn etwas übrig blieb, haben wir den Überschuß mit kostenlosen Mobiltelefonen korrigiert. Ich verstehe nicht was an diesem Konzept schiefgelaufen ist. Über unseren Internettarif kann man übrigens sogar lustige Katzenbilder abrufen.“

Der Einwand, daß Tarife zu kompliziert seien, lassen die Anbieter nicht gelten. Es gäbe genügen Zusatzpakete und Ausnahmen, die leicht verständlich seien. Darüber hinaus würde man rechtzeitig AGBs, Tarife und Leistungen ändern, wenn es sein muß mit 60/60 Taktung, um dem Markt gerecht zu werden. Wer telefonieren will oder sich im Internet bewegt, der/die/das muß eben geistig fit bleiben. Daher empfehlen Ärzte und Krankenkassen auch die tägliche Lektüre von Tarifen und AGBs als Schutz gegen Altersdemenz.

Top