Posts tagged with 'Notruf'

Wunsch für 2013 – mehr Sinn für Journalismus

  • Posted on December 31, 2012 at 8:35 pm

Für alle diejenigen, die es verpaßt haben, weil sie beispielsweise in einer Höhle in Tora-Bora vor Drohnen Zuflucht finden mußten: Der ORF legt keinen Wert auf Qualitätsarbeit. Streitpunkt ist die ungerechte Behandlung der freien Journalistinnen und Journalisten, die das Programm im Anbetracht der Behandlung und Bezahlung nur noch als querfinanziertes Hobby bereichern können.

Gut recherchierte und aufbereitete Geschichten sind selten geworden. Echter Journalismus besteht nicht nur aus Kopieren & Einfügen. Es steckt viel mehr Arbeit dahinter als man glaubt, speziell das Verdichten der Informationen, um Beiträge in sinnvollen Portionen aufzubereiten. Podcasts mit stundenlangem Geschwafel oder Blogartikel ohne Fokus oder Struktur sind Hobbys. Erst journalistische Arbeit macht Beiträge genießbar, und diese Dienstleistung ist unbezahlbar. Leider nimmt der ORF „unbezahlbar“ wörtlich. Die Arbeit der Freien, die eigentlich in moderner Sklaverei leben, macht für mich das Programm überhaupt erst interessant. In einigen Bereichen gäbe es ohne die Freien gar keine Inhalte. Wahrscheinlich müßte man dann Testbilder und -töne senden. Das ist zwar inhaltlich immer noch ein Vorteil gegenüber so manch anderen Medien, kann aber auch keine Lösung sein.

Sollte wer aktiv an dem Wunsch für mehr Fairness für die freien Journalistinnen und Journalisten mitarbeiten wollen, so ist eine Solidaritätsbekundung ein guter Anfang. Ich empfehle auch sich die Hintergründe und aktuelle Ereignisse anzuschauen, um sich selbst ein Bild zu machen. Darüber hinaus kann man selbst gegen den ORF in gewissem Rahmen mit der Geldbörse abstimmen. Es ist ein Anfang, und es ist definitiv ein guter Start ins Jahr 2013! Überlegen Sie es sich doch einfach.

Von bedauerlichen Einzelfällen und 10% Idioten

  • Posted on April 16, 2012 at 10:04 pm

Ich habe gerade die Suppe der bedauerlichen Einzelfälle entdeckt. Der Quelle nach zu urteilen, geht es darin um öffentliche Äußerungen von einzelnen Piraten. Während in der mathematischen Statistik bei einer kontinuierlichen Wahrscheinlichkeitsverteilung das Einzelereignis statistisch in-signifikant ist, ist das leider in der Politik völlig anders. 95% aller katholischen Pfarrer geben den restlichen 5% einen schlechten Ruf, um ein landläufiges Beispiel aus dem Witzrepertoire der Twitterstammtische zu benutzen. Laut Aleks Lessmann, dem stellvertretenden Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland, liest sich das so: „In jeder Partei gibt es ›10 Prozent Idioten‹, um mal Gregor Gysi zu zitieren.…Der Bundesvorstand der Piratenpartei kann und will nicht kontrollieren, was einzelne Piraten sagen.“ Natürlich möchte man niemanden bevormunden, aber wie wäre es denn damit den Idiotinnen aus kommunikationshygienischen Gründen kein Sprachrohr zu bieten?

Die Wahrnehmung in der Wählergemeinde richtet sich aus menschlichen Gründen oft nach bestimmten Einzelereignissen. Diese heißen manchmal „Spitzenkandidat“, „Pressesprecherin“, „Fraktionsführer“ oder „Geschäftsführerin“. Die Aussage, dass man Einzelne nicht bevormunden möchte, ist ein hehres Ziel. Die Hoffnung, dass die Mißtöne besagter Einzelner nicht mehrheitsfähig werden dürfen, ist einfach nur naiv. Genauso gut kann man die Parteilinie dann durch Webformulare mit Umfragen festlegen, die keinerlei Sicherheitsfunktion haben. Wer am Lautesten klickt, hat gewonnen. Das wird nicht so einfach funktionieren.

Umgekehrt messen die Piraten andere Parteien auch an deren Einzelereignissen. Es fällt schwer Herrn Westerwelle, Herrn Seehofer, Herrn zu Guttenberg (und seine Frau), Frau Merkel und viele mehr einfach zu ignorieren, weil sich schon wer finden läßt, der die mehrheitliche Meinung wieder gerade rücken wird. Der Ansatz, den Herr Lessmann beschreibt, ist etwas zu einfach. Die Internetausdruckerinnen finden in einer Partei, die das Usenet in der politischen Landschaft simuliert, genügend Angriffspunkte, um das derzeitige Umfragehoch wieder zu drücken. Ich würde auf hoher See nicht damit rechnen, dass die Winde immer günstig stehen werden.

„Kein Fußbreit den Idioten!“ wäre doch mal ein schöner Slogan für die Kommunikation von innen nach außen.

P.S.: Dieser Text versucht einem korrekten „Gendering“ durch abwechselndes Benutzer der weiblichen und männlichen Form von Hauptwörtern gerecht zu werden. Wem das geistig zu anstrengend ist. der/die/das sollte vielleicht etwas Kaffee oder Tee trinken und es nochmal versuchen.

E-Voting: Nichts hören, nichts sehen, nichts verstehen

  • Posted on May 5, 2009 at 8:42 pm

Bei den kommenden Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) wird E-Voting eingesetzt. Soweit so schlecht. Auf eine besorgte Anfrage um die Sicherheitsmaßnahmen erteilte das Bundesministerium unter anderem die folgende Aussage (Originaltext des Wissenschaftsministers): „Generell werden keine Angriffe erwartet, da Personen, die versuchen, das System zu kompromittieren, rechtlich belangt werden können. …”

Bei so viel Sachverstand fallen mir eigentlich nur die folgenden Worte ein: „I would like to hear the sound of two bricks being bashed together.” Der Computerführerschein sollte verpflichtend für Politiker sein, die irgendein Amt außer Herumsitzen ausführen. Ich erwarte eigentlich auch generell keine Einbrecher, schließe daher niemals etwas ab. Ich erwarte auch keine Krankheiten, gehe daher nie zur Impfung. Ich erwarte sogar niemals, daß heißer Kaffee aus meiner Kaffeemaschine kommt, daher habe ich ständig eine verbrühte Speiseröhre.

Für diejenigen, die das Zitat mit den Backsteinen nicht kennen, seien die Aufzeichnungen empfohlen.

  • Comments are off for E-Voting: Nichts hören, nichts sehen, nichts verstehen
  • Filed under

Blogs töten auch Menschen – schon gewußt?

  • Posted on March 14, 2009 at 2:10 am

Jetzt haben wir den Salat. Ein Jugendlicher dreht ganz ruhig durch, und schon wird der Ruf laut Killerspiele zu verbieten und Notrufe für Webforen einzurichten. Geht’s noch? Als ob Killerspiele die einzigen Quellen der angeblichen Gewaltverherrlichung sind. Das Kino hat um ein Vielfaches mehr Zuschauer. Darüber hinaus ist die Auswahl von Filmen, die nicht nur Gänseblümchen zeigen, sehr viel höher. Spontan fällt mir da Funny Games oder Gangs of New York ein, gibt aber noch weit mehr, sind alles keine Kindergeburtstage. Trotzdem waren es wieder mal ausschließlich die Killerspiele. Wahrscheinlich wegen der Interaktivität, denn wer alleine tagelang vor einem Computer sitzt, der ist wahnsinnig inter und überschwenglich aktiv (so wie echte Bürger der Blogosphäre). Gehört also verboten.

Foren sind das nächste Problem. Dort schreiben ja manche wirklich was sie wollen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, daß die Teilnehmer an diesen ominösen Foren sich an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes erinnern: Ein Forum (lateinisch, Plural: Fora oder eingedeutscht Foren) war in den Städten des römischen Reiches ein Platz, der das politische, juristische und religiöse Zentrum des Orts bildete. Es entsprach dabei weitgehend der griechischen Agora. Arge Sache, das; quasi eine altertümliche Terrorzelle, nur eben größer und von mehr Idioten bevölkert (wir reden ja über das Internet, Breitband ersetzt Tiefgang). Solche Orte machen wir jetzt sicher und gesellschaftsauglich. Foren bekommen nämlich jetzt einen Panikbutton. Wann immer jemand, es muß nicht mal ein Jugendlicher sein, dort Bedenkliches vorliest, dann klickt er/sie/es rasch auf den Panikbutton, und es twittert im nächsten Polizeirevier. Der besorgte Bürger stellt sich die Frage wieviele Klicks pro Sekunde ein typisches Polizeirevier aushält und was es dann tut. Glücklicherweise stellen sich Politiker solche Fragen nicht, wäre ja auch zu dicht an der Realität, wirft nur unbequeme Fragen auf.

Die schlampigen Waffengesetze habe ich total vergessen. Die Kritik daran erinnert mich an die Unterhaltungsindustrie, die ständig die Todesstrafe für das Kopieren von Daten fordert. Hallo? Urheberrechtsverletzungen sind längst gesetzlich geregelt, ebenso wie Diebstahl. Dasselbe gilt für das Aufbewahren von Waffen und Munition. Wer Dinge liegen läßt, muß damit rechnen erschossen zu werden. Wo ist die Überraschung noch gleich?

Bitte aufwachen! Die Antwort auf Kopfschmerzen sind nicht das Einnehmen von mehr Tabletten! Ursachen sind gefragt, die Symptome kennen wir (Dank den unermüdlichen Massenmedien und der Blutgeilheit ihrer „Leser”) ja schon. Aspirin gegen Amok ist die falsche Medizin.

Und Blogs töten auch Menschen, ganz langsam und qualvoll. Das Lesen von Blogs kostet nämlich Zeit, führt oft zu geisitgen Qualen und die Lebenszeit eines jeden Menschen ist nun mal begrenzt. Wo ist der Panikbutton?

  • Comments are off for Blogs töten auch Menschen - schon gewußt?
  • Filed under

Top