PayPal als politisches Instrument

  • 9 September 2011

Spätestens seit der Sperrung des Spendenkontos für Wikileaks und für Cryptome sollte klar sein, daß PayPal kein neutraler Zahlungsanbieter mehr ist. PayPal genießt zwar Bankenstatus, aber die Realpolitik dieser Aktionen läßt das nur mehr als Deckmantel gelten. In die Riege der Paypal-Geschädigten reiht sich nun Deutschlands drittgrößte Drogeriekette ein. Rossmann Online wehrt sich gegen die Bevormundung durch Paypal und möchte seinen Kunden weiterhin die Wahlmöglichkeiten bei den Produkten überlassen. Rossmann erklärt:

Der Zahlungsdienstleister Paypal hat die Rossmann Online GmbH – wie auch andere deutsche Händler – aufgefordert, den Vertrieb kubanischer Produkte einzustellen. Paypal droht uns damit, dass andernfalls die Geschäftsbeziehung gekündigt wird. Paypal hat seinen Stammsitz in den USA und begründet seine Aufforderung damit, dass sie deshalb verpflichtet sei, das US-Embargo gegenüber Kuba auch in ihren ausländischen Tochtergesellschaften umzusetzen. Obwohl viele unserer Kunden Paypal nutzen, wollen wir dieser Aufforderung nicht nachkommen. Wir sind überzeugt, dass wir damit in Ihrem Interesse handeln. Denn aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, warum hier US-amerikanisches Recht praktiziert werden muss. Noch viel wichtiger: Wir wehren uns dagegen, dass Sie, unsere Kunden, auf diese Weise bevormundet und ihrer freien Entscheidung beraubt werden.

Ich finde das sehr lobenswert. Natürlich ist es leichter etablierte und weit verbreitete Anbieter für Zahlungstransaktionen zu verwenden, aber im Anbetracht der Willkür, die sich in den letzten Jahre eingeschlichen hat, muß man das eigentlich überdenken. Neben den prominenten Opfern wurden auch schon von vielen kleineren Unternehmern und Organisationen PayPal Konten eingefroren. Wer Handel treibt, Spenden benötigt oder sonst als Zahlungen angewiesen ist, der ist mit PayPal denkbar schlecht bedient.

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