Der Tag als die Demokratie starb

  • 11 September 2009

Der 11. September ist fast schon zum Gedenktag mutiert. Jeder erinnert sich an die einstürzenden Türme, den Schock und die unermüdliche Berichterstattung über das Unfaßbare (manche Sicherheitsexperten waren möglicherweise weniger überrascht). Leider geht inmitten dieser Erinnerungsstürme ein anderes Datum verloren – nämlich der 11. September 1973. An diesem Tag starb die Demokratie in Chile.

Salvador Allende, der Präsident Chiles bis zu diesem Tag, fand seinen Tod. Es gab Kämpfe in der Hauptstadt. Zwei Hawker Hunter Jets schossen 18 Raketen auf den Präsidentenpalast. Um 0620 Ortszeit fingen die Kamphandlungen durch die Marine in Valparaíso an. Um 1330 Ortszeit erschoß sich Allende mit einem Sturmgewehr auf einem Sofa in La Moneda sitzend – falls er nicht von jemand anderem erschossen wurde. General Augusto Pinochet war ander Macht, und die Demokratie war auf 25 Jahre ausgesetzt.

Man kann Parallelen erkennen. In beiden Fällen hatte die US-amerikanische CIA viel zu tun. In beiden Fällen wurden demokratische Strukturen und Bürgerrechte „höheren Zielen” geopfert. Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten, daß in beiden Fällen Militärregimes die Regierung übernommen haben. Die Aussage ist leider nicht abwegig. Alles sehr passend für einen Gedenktag.

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