October 2009 Archives

Digitale Schleppnetzfahndung

  • Posted on October 30, 2009 at 11:04 pm

Note to self: Niemals Eva Schweitzer zitieren! Diese Dame möchte nicht zitiert und verlinkt werden. Holzmedien mögen keine Hyperlinks, manche Schreiberlinge ebenso. Welcher Idiot hat eigentlich Abmahnungen erfunden? Die waren mal ursprünglich dazu da, die Last von den Gerichten zu nehmen. Der Schuß ist mächtig nach hinten losgegangen.

Ja, und beim Nachlesen habe ich unter anderem ein Zitat von Jörg Kantel gefunden. Sehr lesenswert.

Cryptographically celebrating Samhain

  • Posted on October 30, 2009 at 9:45 pm

What better way is there to celebrate Samhain than to create a new Certificate Authority? The old CA has passed away, harvested by the flow of time. The new CA is ready and a computer is currently generating new RSA keys. This calls for a celebration. Let there be longer keys!

Mobiles Breitband? Sicher nicht!

  • Posted on October 28, 2009 at 4:02 pm

Mobiles Breitband ist ja in aller Munde. Wozu Festnetz? Ist ja nur lästig, unbequem, uncool, nicht boboesque genug, altmodisch und was-weiß-ich-noch-alles. Die moderne Internetbenutzerin sitzt lässig auf einem Berg, lehnt sich ans Gipfelkreuz und trinkt genüßlich bei -10°C ihren Capuccino – mit einer Alpendohle auf ihrer Schulter. So will es die Werbung. Wie sollte man auch sonst ohne Empfang auf einem Berggipfel Capuccino bestellen?

Es geht sogar so weit, daß die österreichische RTR der EU folgendes einreden willKnackpunkt war dabei die von der RTR vertretene Annahme, dass mobile Breitbandangebote Festnetz-DSL und Kabel-Internet-Zugänge ersetzen können. Ich habe das gerade mal versucht. Der Uplink liegt bei Rückenwind und guten Bedingungen ca. bei 32 kB/s flußaufwärts. Das ist wahrlich breit. Sollte man mal 1,3 GiB an Daten haben, die transportiert werden müssen, dann braucht man dafür lächerliche 12 bis 14 Stunden. Die Akkulaufzeit wird dann spannend. Außerdem wird dann der Capuccino kalt.

Natürlich hat nicht jeder so viele Daten zu bewegen, ganz klar. Noch dazu arbeitet kaum jemand wirklich mit echten Daten. In der Kategorie Freizeit ist der Begriff mobiles Breitband durchaus angebracht. Die arbeitende Bevölkerung ist mit Kabeln besser bedient.

RTR steht übrigens für Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH.

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Artikel zum Vordenker der Wikipedistik

  • Posted on October 26, 2009 at 10:27 am

Eigentlich habe ich über die Deutsche Wikipedia schon mehr geschrieben als ihr zusteht (sie ist durch ihre reine Online-Präsenz nicht relevant genug). Glücklicherweise hat ein Journalist Prof.  Eugen Driverman, den führenden Vordenker der Wikipedistik, zu Wort kommen lassen und ein Interview geführt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Die armseligen Hinweise auf wissenschaftlichen Diskurs im Wikipedia:Kurier, der Bild-Zeitung der Deutschen WIkipedia, helfen da auch nicht (man suche den Beitrag „Blogosphäre bitte draußen bleiben!” vom Meisterkoch).  Alleine der Aufruf die Blogosphäre auszusperren, illustriert das Ende der intellektuellen Fahnenstange eigentlich recht gut. Wissenschaftliches Arbeiten zeichnet sich eigentlich dadurch aus, daß man dazulernen kann und bestehende Modelle ständig hinterfragt. Natürlich muß man dabei auch belegbare Aussagen liefern, aber immerzu auf statische Regeln zu referieren ohne eine wirkliche Diskussion zuzulassen hilft da leider nicht. Wer die Umbenennung von Relevanzkriterien in Qualitätskriterien scheut und Angst vor Anmerkungen sowie Markieren von Unklarheiten hat, der sollte doch eigentlich den Login ruhen lassen.

Es gibt übrigens auch einen Artikeln mit dem Titel „Wikipedia, öffne Dich!” im Wikipedia:Kurier. Das läßt hoffen.

Deutsche Wikipedia macht Relaunch!

  • Posted on October 20, 2009 at 1:31 pm

Das ging aber schnell. Die deutsche Wikipedia stellt sich der Kritik und hat ihre komplette Webseite überarbeitet. Gratulation!

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Deutsche Zensurpedia

  • Posted on October 20, 2009 at 12:22 am

Ich habe mir ja mal mehrfach überlegt für Wikipedia zu spenden. Ich kann jetzt nur mehr davon abraten. Ausgelöst durch die Zensur des Eintrags von MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren (MOGIS) mit wirklich lächerlichen Argumenten, kann ich jetzt der Deutschen Wikipedia nicht mehr vertrauen. Man versucht dort anscheinend Neusprech einzuführen und editiert schrittweise MOGIS auch aus anderen Artikel heraus. Als Sahnestück gibt ein Admin dem Löschadmin noch den Tip „den Artikel langsam quasi zu Tode kürzen”, um schlechte Presse zu vermeiden. Selbst Einträge über unbeliebte Medikamente sind von Löschung bedroht. Anscheinend ist die persönliche Rechtssprechung der dort administrierenden Blockwarte derart weit weg von der Realität, daß ich dafür keinen Cent ausgeben würde. de.wikipedia.org ist eine virtuelle Sandkiste für kleine Kinder, die noch dazu sehr eigentümliche Vorstellungen einer Enzyklopädie haben. Wenn „klo” zum Kernpunkt von Information wird, dann hilft nur mehr die Wasserspülung.

Es wird Zeit de.wikipedia.org abzulösen. Bis das passiert verwende ich die Version von Wikipedia, die nicht von deutschen Blockwarten verseucht ist. Anscheinend haben die Blockwarte „Löschen statt Verbessern” als Motto – sehr konstruktiv.

Deutsche Wikipedia – der lange Arm der CDU

  • Posted on October 15, 2009 at 7:46 pm

Die deutsche Wikipedia hat eine eifrige Redaktion. Da gibt es Diskussionen, Zweifel und Rechtfertigungen. Nun habe ich nach dem Lesen einer Löschdiskussion meine Zweifel. Wikipedia hat den Eintrag über den Verein MOGIS (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren) gelöscht. So ganz kann ich die Diskussion nicht wiedergeben, sie erscheint mir etwas absurd. Den Verein gibt es tatsächlich, er ist in Deutschland registriert. Man kennt ihn aus der Presse und aus dem Web von den Protesten gegen die Einführung der Großen Deutschen Zensur. Mir ist eigentlich völlig unverständlich wieso man den Artikel löscht statt Kritik einzuarbeiten und den Text zu verbessern.

Militärisch versucht man immer in der modernen (mordenden?) Zeit die Lufthoheit zu erlangen, weil man dann recht viel tun kann ohne mit Gegenwehr rechnen zu müssen (jedenfalls mal in der Luft). Bei der Löschdiskussion drängt sich mir das Wort Informationshoheit auf. Welcher Dæmon die Wikipedia-Leute da geritten hat, frage ich mich. Viel erwarte ich mir bei der „Ich habe ja nur die Lager bewacht.”-Mentalität allerdings nicht.

Betrugsfall Bundesregierung

  • Posted on October 10, 2009 at 12:19 pm

Kritiker haben es längst vermutet, Herr Schäuble hat es jetzt zugegeben: Bei der Verabschiedung des Deutschen Zensurgesetzes ging es gar nicht um den Schutz von Kindern. Frau von der Leyen hat gelogen (auch keine Neuigkeit). Es ging rein um den Wahlkampf.

Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum
Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.

Die Absetzung der CDU gegenüber anderen Parteien ist geglückt. Niemand sonst ist so dreist, wenn es um die Wiedereinführung eines Regimes und die Abschaffung des Grundgesetzes geht. Was will man auch von einer Partei der ewig Gestrigen erwarten? Der Altersdurchschnitt der CDI liegt knapp unter 60. Da gerät man schon mal ins Schwärmen über die Gute Alte Zeit™. Ich finde es nur bedenklich wieviele Leute gleich strammstehen und das Hirn ausschalten, wenn eine Partei markige Reden über die Demontage der Demokratie schwingt.

Man müßte man die abstrusen Auswürfe der Politik übersetzen. Internetprovider sollen zu Hilfspolizisten werden und die Datenpakete kontrollieren? Wieso gehen wir dann nicht gleich einen Schritt weiter und nehmen die Betreiber der Autobahnen in die Verantwortung. In Wien gibt es seit Jahresanfang sehr viele Einbrüche in Wohnungen. Die Diebe reisen meist mit Autos oder Lkw an. Da sie für die Anreise durchaus Landstraßen und die Autobahnen verwenden, sieht man deutliche wie rechtsfrei das Straßensystem alleine schon in Österreich ist. Die Politik müßte also fordern, daß beispielsweise die ASFINAG (für Österreich) oder ähnliche Betreuer sofort Fahrzeugkontrollen an allen Ausfahrten errichten. Die Straße darf kein rechtfreier Raum bleiben! Checkpoints mit Straßensperren gehören zu jeder zivilisierten Gesellschaft, das sieht man doch immer in den Nachrichten.

Der Spion, der mit dem Update kam

  • Posted on October 4, 2009 at 7:44 pm

Yours Truly war übrigens am 29. September frisch vom Boot gleich auf einer Bühne. Die quintessenz hat im Rahmen ihrer q/talks immer mal wieder verschiedene Gäste geladen. Beim q/talk mit dem Titel „Der Spion, der mit dem Update kam” habe ich meinen Senf zum Thema beigetragen (zumindest hoffe ich das). Die Veranstaltung wurde so angekündigt:

Stell Dir vor Du kaufst so ein nettes kleines technisches Helferlein, die
in den letzten Jahren zu ständigen Begleitern unseres Alltags geworden
sind, damit sie eine Funktion, eine Aufgabe für Dich erledigen. Zum
Beispiel ein Handy um zu telefonieren, oder ein Navigationssystem um
leichter ans Ziel zu kommen. … Der Sündenfall einer ganzen Branche geschah im Juli
dieses Jahres, als die staatliche Telekom der Vereinigte Arabische Emirate
alle bei ihnen eingeloggten Blackberry in Spyware umprogrammiert haben –
betroffen waren natürlich auch die Handys aller Urlauber, ohne dass die je
einen Vertrag mit Etisalat unterschrieben hätten oder dem Update in
irgendeiner Form zugestimmt hätten.

Ich bezweifle, daß die Diskussion unsere Bequemlichkeitsgesellschaft aus ihrer Lethargie reißt, aber man muß ja periodisch versuchen den Wecker zu stellen. Wer noch schläft, der/die/das sollte sich die Aufzeichnung via (nicht vernetztem) Audioplayer reinpfeifen. Jetzt sofort!

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