June 2009 Archives

Christian Scene Inspection im Vatikan

  • Posted on June 29, 2009 at 11:23 am

Ja, so eine Überraschung! Man bohrt im Vatikan ein kleines Loch in einen Sarkophag, fährt mit der Sonde rein und findet – Knochen! Wer hätte das denn gedacht? Natürlich sind es nur Reste von Knochen, garniert mit Stoff. Besagte Gruft ist die des Apostels Paulus. Panzerkardinal Ratzinger prescht vor und versucht sich als Wissenschafter:

“Damit scheint zweifelsfrei festzustehen, dass es sich hierbei wirklich um die Reste des Apostels Paulus handelt”, sagte der Papst. “Die Entdeckung berührt uns zutiefst.”

So schnell kann das gehen. Ist aber „logisch”, denn der Papst hat ja immer Recht. Wo kämen wir hin, wenn das nicht so wäre? Die Untersuchungen beginnen jedoch erst. Es gibt also eigentlich noch gar keine Erkenntnisse, die man berichten könnte (außer dem Fund selbst). Für mich persönlich ist das auch sehr spannend. Wir man bei den Fundstücken die höchst umstrittene Radiokarbonmethode anwenden? Diese ist ja des Teufels, denn Gott persönlich hat die Dinosaurierknochen vergraben und niemand sonst. Mich würde schon sehr interessieren wie Wissenschafter im Vatikan arbeiten. Muß man da dauernd die Bibel verwenden, oder darf man schon ketzerische Fachliteratur benutzen? Gewinnt man Erkenntnisse durch Beten? Schlägt man die Assistenten mit der Peitsche bis alle Zweifel restlos geklärt sind? Ich verstehe ja nichts von christlich abgesegneter Wissenschaft. Ich kenne nur die religionslose Lehre.

Wie dem auch sei, ich hoffe es wird eine zweite Aussendung mit dem Ergebnis geben. Ich hoffe nur, daß es mit Fakten unterlegt werden kann. Sollten es nicht die Knochen des Apostels sein, werden wir aber sehr wahrscheinlich nichts mehr darüber hören. In Rom hat man geräumige Teppiche unter die man allerlei Sachen kehren kann – auch Knochenreste. Wäre ja nicht das erste Mal.

Koalition beschließt Maßnahmen gegen Amokläufe

  • Posted on June 21, 2009 at 10:42 am

BERLIN – Die Große Koalition in Deutschland, bestehend aus der Christlichen Gottespartei und der Zensurpartei Deutschlands (ZPD), hat Maßnahmen beschlossen, die Amokläufe und sinnlose Gewalt zukünftig in Deutschland komplett unterbinden. Die Arbeitgruppe „Kraft durch Zensur” erarbeitete in schweißtreibender und geheimer Arbeit Vorschläge für ein gemeinsames Miteinander. Abgeleitet aus den Publikationen auf der Webseite des Bundestages haben wir hier eine Liste.

  • Das Wort Peng wird aus dem Wortschatz verbannt und darf nicht mehr verwendet werden (weder im Kindergarten noch bei Übungen der Bundeswehr).
  • Die Killerspiele Fangen, Völkerball sowie Cowboys und Indianer werden verboten.
  • Gewaltfördernde Personen wie beispielsweise Frau von der Leyen, Herr Schäuble, Herr Guttenberg,  Herr Schünemann, Herr Büssow oder Herr Strobl werden von öffentlichen Auftritten ferngehalten.
  • Alle Kinofilme, in denen Gewalt dargestellt wird, werden verboten (beispielsweise Ice Age, Ratatouille, Der Junge im gestreiften Pyjama, Das Hundehotel, Madagaskar, Haie 3D).
  • Fernsehbeiträge, in denen der Umgang mit Waffen gelehrt wird, werden verboten (beispielsweise Kochsendungen, Nachrichten, Dokumentationen, Wissenschaftsbeiträge, Sportsendungen).
  • Gewalten werden in Zukunft nicht mehr geteilt, weil man sie dann besser kontrollieren kann.

Es sind noch viel mehr Maßnahmen geplant, aber diese müssen natürlich geheim bleiben, weil sie sonst ihre Wirksamkeit verfehlen. Abgeordnete der Opposition kritisierten diese Vorgehensweise, wurden aber umgehend verhaftet um Unschuldige zu schützen.

Deutschland beschließt Geheime Internetpolizei

  • Posted on June 16, 2009 at 2:22 pm

Das Grundgesetz bröckelt. SPD und CDU haben ganze Arbeit geleistet, die Stasi (oder Schlimmeres) wieder auferstehen zu lassen. Heute hat Deutschland beschlossen die Zensur wieder einzuführen. Das Filtern von kinderpornographischen Inhalten war nur ein Mittel zum Zweck. Es geht eigentlich darum Inhalte zu filtern und zu kontrollieren wer sich etwas anschaut bzw. herunterläd. Als Beleg dient die Aussage der CDU Presseerklärung „Klare Kante gegen Kinderpornographie”. Hier ein Auszug:

Damit ist eine gefährliche Entwicklung gestoppt worden. Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.

Da steht es ungefiltert. Zuerst nimmt man die Kinder als Geisel, damit man die Kritiker schnell mundtot machen kann. Dann peitscht man das Gesetz durch, welches ohne Fakten gefordert und formuliert wurde. Als Sahnehaube erweitert man es dann noch um alles, was nicht paßt, in diesem Fall Urheberrechtsverletzungen. In dieselbe Kerbe schlägt Thomas Strobl von der CDU. Man solle doch gleich die Internetsperren nutzen, um damit Killerspiele zu blockieren. Wenn man mal einen Hammer in der Hand hat, dann schaut alles aus wie ein Nagel.

Sicherheit geht eben ganz klar vor Freiheit. Es wird Zeit zu verschlüsseln, anonymisierende Technologie einzusetzen und die Kommunikation der Zensur zu entziehen.

Sprachbarrieren

  • Posted on June 11, 2009 at 5:56 pm

Babylon ist überall, und ich kann mich nicht daran gewöhnen. Nehmen wir doch beispielsweise die Zensur. Ich bin damit aufgewachsen, daß die Durchführung derselben zensieren heißt. Keine 800 Kilometer südöstlich von meiner Geburtsstadt mutiert das Wort allerdings zu zensurieren. Katastrophal! Halt, nein, das heißt hier ja desaströs. Ich habe mich an manche Worte noch nicht gewöhnt (die Rechtschreibprüfung im Firefox auch nicht).

Vielleicht sollte ich neben der Wikipedia und den LEO Wörterbüchern noch das Ostarrichi Wörterbuch dazunehmen. Klar versteht man sich, aber ich finde die ganzen lokalen Eigenheiten immer wieder spannend. Aber den Asterix in der übersetzten Fassung habe ich ganz gut verstanden.

Es isch scho a Zeitl aus, 50 v. Chr. woas, do woa ganz Gallien fest i römischa Hand… Ganz Gallien? Ned wirklich! Weu a handvoi zaache Hund in an klan gallischn Kaff stöt dena Besotza an Bam nochn andern auf. Und de römischn Legionäre, de wos in eanare Loga in Babaorum, Aquarium, Laudanum und Klaabonum kasaniert san,  de ham do echt kan Lenz…

Denselben Text kenne ich ursprünglich so:

Im Jahre fuffzisch vorm Herrgott habbe die Römer schon des ganze Gallie uffgemischt… Des ganze Gallie? Naa! E klaa Kaff hört net uff, sich mit dene Babbsäck zu bummbe. Un des Lebe iss net afach für die römische Soldaade, die wo als die Besatzung in dene Lager Babbadorum, Brimborium, Labbedrum un Klaabembelum hocke…

Multilingual, das.

Von Barock Obama und den Stinker-Raketen

  • Posted on June 5, 2009 at 12:36 pm

Ich liebe gut durchdachte Algorithmen und Systeme. Manche verfolgen mich bis in den Alltag und werden meist rasch abgeschaltet. Automatische Korrekturen beispielsweise, die solche Vorschläge machen: „Internat statt Internet, Nato statt Nano, Cupertino statt Kooperation”

Konrad Lischka hat in einem Artikel auf spiegel.de die automatische Rechtschreibprüfung kritisch betrachtet (man findet den Artikel über diesen Link, der möglicherweise Spuren von Kinderpornografie enthalten kann: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,612714,00.html ). Offenbar finden sich auch prominente Opfer, wie Dokumente der NATO, der EU und der UNO bezeugen. Klar sind Lexika immer etwas spät dran, aber eine gute Software muß ja nicht immer einen Vorschlag liefern. Oft ist keine Aussage hilfreicher als Wortstürme.

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